| Trotz der ersten Zinserhöhung seit fünf Jahren um 25 Basispunkte konnte der Euro seine Gewinne vom Vortag nicht halten. Glattstellungsverkäufe setzten unmittelbar nach der Zinsentscheidung ein, zumal noch vereinzelt spekuliert wurde, daß es zu einer Zinserhöhung um 50 Basispunkte kommen könnte, was das Währungspaar EUR/USD nach unten drückte. Die erwarteten Kommentare des EZB-Präsidenten Trichet konnten das Währungspaar nicht nennenswert stärken. Im Wesentlichen wiederholte Trichet, was er bereits gesagt hatte und gab keinen Hinweis darauf, daß es zu einer Serie von Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank kommen könnte, sondern erklärte: "Es ist nicht eine Vorabentscheidung des Rats, eine Serie von Zinserhöhungen zu beginnen." Da der Markt ganz besonders an den Zinsdifferenzen interessiert ist, war dies nicht gerade positiv für den Euro, da die Zinsen des US-Dollar und des Britischen Pfunds weitaus höher liegen. Es gab unterschiedliche Reaktionen und Kommentare im Euroraum zu der gestrigen Zinserhöhung, denn viele hatten vor diesem Schritt der EZB gewarnt, um die gerade in Gang gekommene konkunkturelle Belebung nicht zu beeinträchtigen. Aber die EZB vertritt die Auffassung, daß die Eurozone mit dieser geringen Zinserhöhung zurecht kommen wird, so daß keine Gefährdung für das Wirtschaftswachstum entsteht. Das bedeutet, daß es der EZB in erster Linie um die Inflationsrate beziehungsweise die Preisstabilität geht. Die Veröffentlichung zur Entwicklung des verarbeitenden Gewerbes sowie die Arbeitslosenzahlen, die gestern veröffentlicht wurden, geben der EZB recht. Die verarbeitende Industrie zeigt im November eine nur geringe Entwicklung. Die Arbeitslosenzahl sank im November entgegen dem für die Jahreszeit üblichen Trend, wofür hauptsächlich das milde Wetter verantwortlich ist. Im Monatsvergleich sank die Arbeitslosenquote um einen Zehntelpunkt auf 10,9%.
Auszug aus dem Problue Devisenbrief.
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