| Der Euro hatte gestern einen beträchtlichen Kursgewinn zu verzeichnen, was auf den Kommentar von Yu Yong-ding, Berater der Zentralbank der Volksrepublik China, zurückzuführen war, der erklärte, daß China und andere asiatische Länder vorhaben, ihre in Dollar denominierten Reserven zu reduzieren oder zumindest nicht mehr aufzustocken. Insbesondere erwähnte er die Forderung nach einer Veränderung des chinesischen Wechselkurssystems, beispielsweise eine Erweiterung der möglichen Handelsspanne und eine Herabsetzung des Dollar-Anteils am CNY FX-Währungskorb. Die Diversifikation der Reserven sind ein altes Thema, seit China seinen Währungskorb eingerichtet hat. Da sich derzeit eine Kurswende beim Euro ankündigt, könnten die Themen der Vergangenheit erneut in den Mittelpunkt rücken, da sowohl die Trader als auch die Volkswirtschaftler nach Rechtfertigungen für die Dollar-Glattstellungsverkäufe suchen. Auch Themen wie das Rekord-Handelsbilanzdefizit der USA und die Reserven der Zentralbank könnten wieder aktuell werden. Obgleich die Europäische Zentralbank zum Ausdruck gebracht hat, daß sie nicht gedenke, in die Fußstapfen der Fed zu treten, um eine vergleichbar aggressive Strategie der Zinserhöhungen vorzunehmen, wartet der Markt darauf, daß die EZB ihre Zinserhöhung im kommenden Jahr fortsetzen wird. Inzwischen haben sich die Trader an die Zinserhöhungen der Fed gewöhnt, so daß sie nun auf Anzeichen achten, die darauf hindeuten, daß die Fed bald damit aufhören könnte, die Zinssätze weiterhin anzuheben.
Auszug aus dem Problue Devisenbrief.
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