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Devisen: Handlungsspielraum für Bernanke


Aktuelle Devisenanalyse: News vom 14.12.05 | Autor/Quelle: adblue.de
Die Fed hat die Märkte dieses Mal überrascht und ihre Entscheidung bereits 2 Minuten früher bekannt gegeben. Die Anleger verfolgten mit Spannung, ob die Fed ein Ende des Zinserhöhungszyklus ankündigen würde. Entgegen der Erwartung einiger Experten erklärte die US-Notenbank, daß einige maßvolle Zinserhöhungen "wahrscheinlich notwendig" seien. Aber die Währungshüter gebrauchten diesmal nicht den Schlüsselbegriff "Anpassungspolitik", der auf einen längerfristigen Kurs hindeutet. Laut Fed sind die Kernzahlen der Inflation in den vergangenen Monaten relativ niedrig geblieben und längerfristige Inflationsgefahren sind angeblich gebannt, aber sie werden die Konjunkturdaten und die Entwicklung der Energiepreise weiterhin aufmerksam beobachten, um sicherzustellen, daß sich die Inflation nicht wieder ausbreitet. Wir sind der Ansicht, daß die beiden Worte "wahrscheinlich notwendig" die wichtigsten überhaupt sind, weil dies bedeutet, daß die Fed bereits auf die erneute Zinsanhebung im Januar vorbereiten wollte, wobei sie zu den Veränderungen im März keine konkreten Aussagen beisteuerte. Dies macht durchaus einen Sinn, da das Notenbanktreffen im Januar das letzte unter Greenspans Leitung sein wird. Dieses Amt wird im März Ben Bernanke übernehmen, und Greenspan wollte die Erwartungen des Marktes nicht in eine bestimmte Richtung lenken, um seinem Nachfolger die Entscheidungen nicht vorweg zu nehmen. Durch seine Wortwahl ließ Greenspan Bernanke genügend Spielraum, um die Leitzinsen entweder weiter zu erhöhen oder unverändert zu belassen. Durch seine Diplomatie möchte Greenpan den Weg für einen nahtlosen Übergang ebnen, die es Bernanke ermöglicht, sich den veränderten Bedingungen der Wirtschaft anzupassen. Angesichts Bernankes letzten Äußerungen zur Deflation könnte der Markt mit einer veränderten Geldpolitik rechnen, was sich gegen den Dollar auswirken könnte. Die bullische Dollar-Entwicklung ist nämlich nicht zuletzt auf die aggressiven Zinsanhebungen in den letzten 18 Monaten zurückzuführen.

Auszug aus dem Problue Devisenbrief.

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