| Nach der engen Handelsspanne bis zum letzten Dienstag setzte der US-Dollar seinen Absturz gegenüber den anderen Leitwährungen fort. Die Glattstellungs-verkäufe setzten ein, als die Trader dem Dollar während der asiatischen Handelssitzung schwer zusetzten, da sie über die letzten Fed-Äußerungen nachgedacht hatten. Die ernst zu nehmende Möglichkeit, daß der Zinserhöhungszyklus bald zu Ende sein könnte, hat einige Trader dazu veranlaßt, sich davon zu machen, was auch mit den bevorstehenden Weihnachtsferien zusammenhängt. Eine bearische Stimmung zeichnete sich ab, da das US-Handelsbilanzdefizit im Oktober ein neues Rekordhoch erreicht hat. Man hatte damit gerechtet, daß sich das Handelsbilanzdefizit von -66,0 auf -62,9 Milliarden Dollar verringert, aber stattdessen ist es auf -68,9 Milliarden Dollar gestiegen, da die Im-porte um weitere 2,7% hochgeschnellt sind, was den unersättlichen Appetit der US-Verbraucher zum Vorschein bringt. Aufgrund des starken Dollar sind die Käufe im Ausland gefertigter Elektronik, Bekleidung und Autos gestiegen. Die Analysten hatten gehofft, daß der Rückgang des Ölpreises um 11% den Eingang von Importwaren verringern würde, aber die erhöhte US-Nachfrage nach Öl glich die Preisreduktion wieder aus. Die US-Ölimporte sind von 278,5 Millionen auf 304,5 Millionen Faß gestiegen, während der Ölpreis von 57,32 im September auf 56,29 im Oktober gefallen ist. Der heute erwartete TIC-Bericht und der Verbraucherpreisindex können durchaus den Tropfen liefern, der das Faß zum Überlaufen bringt Nach einem Kapitalzufluß von beeindruckenden 101,9 Milliarden im September dürfte es schwierig sein, dieses Ergebnis zu wiederholen. Die gegenwärtige Prognose für den internationalen Kapitalzufluß für Oktober beträgt 75,0 Milliarden. Sollte das Ergebnis unter 75,0 Milliarden liegen, könnte das für die Dollar-Bären das entscheidende Zeichen sein, um den Dollar über 1,2100 zu befördern. Wenn der Verbraucherpreis mehr als erwartet fällt, wäre das ein weiterer Grund für die Fed, ihren aggressiven Zinserhöhungszyklus fortzusetzen.
Auszug aus dem Problue Devisenbrief.
|