| Der Euro vollzog während der US-Handelssitzung keine nennenswerten Veränderungen gegenüber dem Dollar. Während des Jahres 2005 hat die Politik die Märkte bestimmt, beispielsweise durch die Ablehnung der EU-Verfassung, die Wahlen in Deutschland und die Unruhen in Frankreich. Gestern ist Italiens Noten-bankchef Antonio Fazio zurückgetreten, und damit endet eine monatelange Hängepartie, die dem Ansehen und der Glaubwürdigkeit der italienischen Zentralbank großen Schaden zugefügt hat. Die Staatsanwaltschaft in Mailand ermittelt gegen Fabio wegen Insiderhandels und Amtsmißbrauch. Vincenzo Desario, der bis November dieses Jahres Verwaltungsratsmitglied war, wird vorübergehend Fazios Nachfolge anteten, bis ein passender Nachfolger gefunden worden ist. Im nächsten Jahr werden in Italien Wahlen stattfinden, und man hofft, daß es zu klareren Mehrheitsverhältnissen kommen wird, was den Weg für Reformen ebnen könn-te. Der Markt hegt die Hoffnung auf mehr Stabilität und eine straffere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank zur Unterstützung des Währungspaares EUR/USD. Die Konjunkturdaten, die gestern veröffentlicht wurden, sind gemischt ausgefallen. Sowohl die Industrieproduktion der Eurozone als auch die Leistungsbilanz Frankreichs haben schlechtere Ergebnisse gebracht als erwartet worden ist, während die Industrieproduktion in Deutschland einen geringen Rückgang zu verzeichnen hatte. Im Gegensatz zu den letzten Berichten war Deutschland dieses Mal nicht der Nachzügler, da sich die Industrieproduktion in den letzten Monaten recht zufriedenstellend entwickelt hatte. Der Rückgang der Industrieproduktion von 0,6% für die gesamte Eurozone war in erster Linie auf Frankreich, Spanien und Italien zurückzuführen.
Auszug aus dem Problue Devisenbrief.
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