| Das Währungspaar EUR/USD hat sich wieder einigermaßen gefangen und erreichte ein Tageshoch von 1,3568. Allerdings handelt es sich allenfalls um eine bescheidene Erholung angesichts der massiven Kursverluste des Vortages. US-Notenbankchef Ben Bernanke hat bei der gestrigen Parlamentsanhörung das niedrige Leitzinsniveau verteidigt. Er kündigte an, daß die Zinsen in der nächsten Zeit auf dem extrem niedrigen Niveau belassen werden, was er mit der aktuellen Wirtschaftslage begründete. Damit hat er der Befürchtung entgegengewirkt, daß die Federal Reserve in der nächsten Zeit eine Straffung der Geldpolitik vornehmen könnte. Besonders bemerkenswert ist, daß Ben Bernanke erklärt hat, daß vorerst nicht mit einem Ausstieg aus den gigantischen Unterstützungsmaßnahmen für die Konjunktur zu rechnen sei, was bedeutet, daß die Politik des billigen Geldes fortgesetzt wird.
EZB-Ratsmitglied Lorenzo Bini Smaghi sagte gestern bei einer Rede in Pavia (Italien), daß es ein ?teuflischer Irrtum? sei, das Inflationsziel zu erhöhen, wie der Internationale Währungsfonds (IWF) vorgeschlagen hatte. Außerdem hat er recht deutlich zu verstehen gegeben, daß das bankrotte Griechenland mit der finanziellen Unterstützung der EU rechnen könne.
Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden gestern mitteilte, ist das Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorquartal unverändert geblieben, wobei der Export zwar positive Impulse erkennen ließ, während aber vor allem der schwache Konsum zu dieser Stagnation beigetragen hatte, da dieser um 1,0% zurückgegangen ist. Die Aussichten für einen zukünftigen Wirtschaftsaufschwung sind nicht gerade günstig, zumal in den kommenden Monaten auch eine Verschlechterung des Arbeitsmarktes zu erwarten ist. Wie der Bericht zeigte, ist das Investitionskapitel in den letzten drei Monaten 2009 um 0,7% gesunken. Die Ausfuhren sind im vierten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 3,0% gestiegen, während lediglich von einem Anstieg von 1,9% ausgegangen worden war. Das deutsche Verbrauchervertrauen hat sich jedoch zum fünften Mal in Folge verschlechtert: Der GfK-Konsumklimaindex ging von 3,3 Punkten im Vormonat auf 3,2 Punkte zurück, was besagt, daß sich in den privaten Haushalten zunehmend Pessimismus bezüglich der Wirtschaft ausbreitet, was sich vor allem auf die sich verschlechternden Bedingungen am Arbeitsmarkt und die erschwerten Kreditbedingungen bezieht.
Die Auftragseingänge der Industrie im Euro-Währungsraum sind im Dezember unerwartet um 0,8% gestiegen. Die Erholung des Welthandels könnte die Unternehmen dazu veranlassen, ihre Produktion zu erhöhen, denn die Weltwirtschaft scheint sich allmählich von der schlimmsten Rezession seit der Nachkriegszeit zu erholen.
Auszug aus dem Problue Devisenbrief
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