| Das Währungspaar EUR/USD ist gestern während der europäischen Handelssitzung auf ein Tagestief von 1,2670 US-Dollar zurückgegangen, und daraufhin hat sich die Kurstätigkeit unterhalb der 50er-Durchschnittslinie abgespielt.
EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hat bei einem Treffen der Zentralbankchefs der westlichen Industrienationen in Jackson Hole (USA) erklärt, daß das Haushaltsdefizit der Eurozone eine Gefahr für den wirtschaftlichen Aufschwung darstelle. Die genannten Notenbanker stehen zunehmend in der Kritik, das Primat der Stabilität aufzugeben, indem sie sich vorwiegend von der Politik instrumentalisieren lassen, um aufgrund der Finanzkrise die Wirtschaft anzukurbeln. Diese Abkehr von der Hauptaufgabe der Zentralbanken basiert auf der Angst, daß die weltweite Krise ein Dauerzustand werden könnte. Die Leidtragenden dieser Orientierung sind wohl vor allem die Sparer, denn wenn die Inflationsbekämpfung nicht mehr im Vordergrund steht, könnten sie sozusagen die Zeche für die Finanzkrise zahlen. Lediglich der europäischen Zentralbankpräsident Trichet wies auf die Wichtigkeit der konsequenten Bekämpfung der Staatsverschuldung hin. Auch die umfangreichen Konjunkturpakete und die anderen Maßnahmen der Zentralbanken sind kein Garant für einen nachhaltigen Aufschwung, sondern könnten sich sogar als ein künstlich erzeugter Wirtschaftsaufschwung erweisen. Jean-Claude Trichet hat auch als einziger ganz besonders auf die absolute Notwendigkeit hingewiesen, die Priorität der Preisstabilität beizubehalten. Daher ist damit zu rechnen, daß die Europäische Zentralbank bei ihrer nächsten Zinsentscheidung in dieser Woche verkünden wird, daß die expansive Geldpolitik vorläufig fortgesetzt werden wird, da die derzeitige Inflationsrate keinen Handlungsbedarf impliziert. Aus diesem Grund dürfte es am Donnerstag nach der EZB-Ratssitzung keine nennenswerten Reaktionen an den Devisenmärkten geben, da die Marktteilnehmer erwarten, daß die Leitzinsen unverändert bei 1,0% belassen werden. Allerdings könnte die anschließende Pressekonferenz zu höherer Volatilität führen.
Wie der Bericht der EU-Kommission zeigte, ist der ?Economic Sentiment Index (ESI) für die Eurozone im August von 101,1 Punkten im Vormonat (saisonbereinigt) auf 101,8 Punkte gestiegen, was einem Zweijahreshoch entspricht. Das Wirtschaftsklima der Eurozone hat sich jedoch unerwartet verschlechtert und sank von 0,63 Punkten im Juli auf 0,61 Punkte.
Auszug aus dem Problue Devisenbrief |