| Das Währungspaar EUR/USD verhielt sich zunächst richtungslos, wobei aufgrund des US-Feiertags (Labor Day) ein geringes Handelsvolumen zu verzeichnen war, was auch fast keine Veröffentlichungen von US-Konjunkturdaten zur Folge hatte. Das Währungspaar hat insgesamt geringe Kursverluste erlitten und fiel auf ein Tagestief von 1,2867 US-Dollar.
Die wichtige Veröffentlichung der ?Non-farm payrolls? vom letzten Freitag hat einen geringeren Rückgang als erwartet gezeigt, was inzwischen von den Marktteilnehmern verarbeitet wurde.
Der aktuelle Sentix-Index für die Eurozone, der sich auf das Vertrauen der Investoren bezieht, ist im September unerwartet gesunken, wobei vor allem die Einschätzung der aktuellen Lage dazu beitrug.
In den nächsten Monaten könnte der Euro wieder unter Druck geraten, da dann die extremen Sparmaßnahmen der Regierungen umgesetzt werden, die damit den zum Teil beträchtlichen Haushaltsdefiziten entgegen wirken wollen, wobei sich diese Defizite belastend auf das Wirtschaftswachstum auswirken werden. Allerdings könnte es auch demnächst zu einem Stimmungswechsel der Marktteilnehmer kommen, indem deren Risikobereitschaft wieder zunimmt, was insbesondere darauf zurückzuführen ist, daß eine erneute Rezession in den entwickelten Industrienationen weitgehend ausgeschlossen wird.
Auch in den 16 Mitgliedsstaaten der Euro-Währungsunion sind gestern kaum Wirtschaftsdaten veröffentlicht worden.
EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny hat gestern gesagt, daß die Europäische Zentralbank erst im Dezember über den Ausstieg aus den unterstützenden Maßnahmen, die vor allem in der Geldversorgung bestehen, diskutieren werde. Ewald Nowotny fügte hinzu, daß die wirtschaftliche Entwicklung nach wie vor sehr unsicher sei. Aber da im Allgemeinen eine eher optimistische Stimmung vorherrscht, dürfte das Währungspaar EUR/USD kurzfristig Kursgewinne erzielen, so daß der Kursbereich von 1,3000 US-Dollar als Orientierung betrachtet werden kann. Mittelfristig gesehen, könnte der Euro jedoch erneut unter Druck kommen, da sich vorläufig wieder der US-Dollar als ?sicherer Hafen? behaupten könnte. Die Europäische Zentralbank wird ihre Geldpolitik aller Wahrscheinlichkeit nach bis zum nächsten Jahr nicht ändern, da die Inflationsrate deutlich unter dem Schwellenwert der Zentralbank liegt.
Auszug aus dem Problue Devisenbrief |