| In den vergangenen Tagen gingen die Wall Street und die Börsen in Europa getrennte Wege. Während die US-Indizes das Jahr 2005 mit einem Fehlstart begannen, markierte beispielsweise der Dax ein neues Zweijahreshoch jenseits der 4300-Punkte-Marke.
Auslöser des Käuferstreiks in den USA war das Sitzungsprotokoll des Offenmarktausschusses der US-Notenbank, welches abermals für Inflationsängste sorgte. Aus ihm geht hervor, dass die Notenbanker trotz der fünf Zinserhöhungen des vergangenen Jahres weitere Inflationsrisiken sehen. Börsianer fürchten nun ungeachtet sich verschlechternder Konjunkturdaten schnelle Zinsschritte, die den Kaufrausch der überschuldeten US-Konsumenten deutlich bremsen könnten. Ein geringeres Wirtschaftswachstum in den USA wäre die Folge. Besonders prekär: Bislang kommt der US-Arbeitsmarkt nicht in Schwung.
Dem Ende 2004 nochmals schwächeren US-Dollar verhalfen diese Zinsphantasien zu einer Atempause gegenüber Euro und Yen. Auch am Rohstoffmarkt hinterließ die Dollarrallye Spuren: Der Goldpreis fiel auf das tiefste Niveau seit Anfang Dezember zurück. Experten wollen zwar eine weitere Talfahrt bis zur 400-Dollar-Marke nicht ausschließen. Zuvor müsste jedoch das Unterstützungsniveau bei 420 Dollar geknackt werden. Weitaus angeschlagener sieht die Lage beim Silber aus: Das Edelmetall rutschte unter eine seit Mai 2004 bestehende Aufwärtstrendlinie und näherte sich der 6-Dollar-Marke.
Ausblick: Gelingt dem Dax der Sprung über die Widerstandszone bei 4.300 Punkten, könnte neue Dynamik in den Markt kommen. Allerdings braucht es hierfür eine bessere Kursentwicklung an der Wall Street. Zu einer Eintrübung käme es bei einem Rutsch unter 4.200 Punkte |